tinnitus

In Deutschland leiden Millionen von Menschen unter einem Ohrgeräusch, einem sogenannten „Tinnitus“.

Der Tinnitus ist keine Krankheit, sondern eine Hörwahrnehmung die in unterschiedlicher Weise auftreten kann. Der größte Teil der Betroffenen nimmt das Ohrgeräusche als ein Pfeifen oder Klingeln wahr, andere auch ein Rauschen oder Summen. In selten Fällen wird der Tinnitus auch als eine Art lautes Motorengeräusch, oder „Hämmern“ wahrgenommen.

Ursachen

So vielseitig die Erscheinungsformen des Tinnitus sind, so unterschiedlich sind auch die möglichen Auslöser und Ursachen:

  • Akustikusneurinom, einer Tumorerkrankung des Gehörnervs
  • Hörsturz, eine plötzliche, meist einseitige, Hörminderung ohne erkennbare Ursache
  • Psychische Auslöser, u.a. Stress, Erschöpfungszustände, Depressionen
  • Kopfverletzungen, als Folge von Unfällen
  • Lärmschaden, Knalltrauma
  • Morbus Menière
  • Medikamentenunverträglichkeiten, Nebenwirkungen
  • Blockade der Hals-Wirbelsäule

Wenn das Ohrgeräusch akut auftritt, sollte immer der HNO-Facharzt konsultiert werden!

Therapiemöglichkeiten:

Von Selbsthilfegruppen, Gesprächstherapien über psychotherapeutischer Behandlung bis hin zur „Tinnitus-App“, gibt’s es viele verschiedene Möglichkeiten und Ansätze, das Ohrgeräusch zu therapieren.

Letztlich beruhen fast alle Möglichkeiten darauf, zu akzeptieren und zu erlernen mit dem Ohrgeräusch zu leben, oder eine Ablenkung zu erfahren!

Die Möglichkeiten der apparativen Versorgung beim Hörakustiker kann in zwei Kategorien unterschieden werden:

  1. Versorgung mit einem Rauschgenerator (Noiser / Masker):
    Ein Noiser ist ein sogenanntes Tinnitusgerät und sieht einem Hörsystem ähnlich. Der Noiser produziert ein leises, angenehmes Rauschen und soll das Ohrgeräusch nahezu verdecken. Dieses Gerät kommt vorzugsweise in ruhigen Situationen zum Einsatz um die Wahrnehmung des Tinnitus zu entschärfen.
  2. Versorgung mit einem Kombigerät (Hörsystem + Noiser):
    Bei Betroffenen ist neben dem Tinnitus häufig auch ein Hörverlust vorhanden. Bei diesen Menschen wird bevorzugt ein Hörsystem anstelle eines reinen Noisers angepasst. Bedingt durch den Hörverlust nehmen Schwerhörige den Tinnitus stärker wahr, da leise Neben- und Umweltgeräusche durch den Hörverlust einfach nicht bzw. leiser gehört werden können. 

    Durch ein gut angepasstes Hörsystem kann ein Ausgleich des Hörverlustes und ein ausgewogenes Hören erreicht werden. Durch das Wahrnehmen von leisen Umgebungsgeräuschen wird der Tinnitus als positiver Nebeneffekt zum Teil, in wenigen Fällen auch komplett, verdeckt bzw. gerät in den Hintergrund für den Tinnitusgeplagten. Zusätzlich kann in einem modernen Hörsystem auch ein Noiser-Programm aktiviert werden, um in ruhigen Situationen eine Ablenkung zu erreichen.